Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Biosicherheitsprojekt „Deutsch-Kasachisches Netzwerk für Biosicherheit“

» Aktivitäten 2020

Dezember 2020, Kasachstan

Im November und Dezember 2020 veranstaltete das Deutsch-Kasachische Netzwerk für Biosicherheit, gemeinsam betreut vom IMB und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, eine Serie von Onlineschulungen zu Themen der Biosicherheit. Mehr als 50 Mitarbeiter des Partners National Scientific Center for Especially Dangerous Infections (NSCEDI) mit seinen über das Land verteilten Anti-Pest-Stationen und neun neue Mitarbeiter des Partners Research Institute for Biosafety Problems (RIBSP) nahmen daran teil. 
Die interaktiven Onlinetrainings, geleitet durch Dr. Sulushash Zhumabayeva (lokale kasachische Trainerin, Angestellt durch das GIZ) und dem Projektmanager des Deutsch-Kasachischen Netzwerks für Biosicherheit am IMB, ermöglichten es den Kursteilnehmern Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie kann ich mich effizient gegen hochpathogene Erreger schützen? Wie werden Pathogene übertragen? Wie organisiere ich den sicheren Transport von Patientenproben vom Krankenhaus zum Diagnoselabor?

Die Teilnehmer behandelten während dem interaktiven Webinar wichtige Grundlagen zur Biosicherheit, zu persönlicher Schutzausrüstung, zum Schutz der Atemwege, zu möglichen Übertragungswegen von Infektionskrankheiten und zu internationalen Regeln zum Transport von Pathogenen. Zusätzlich wurden aktuelle Themen wie die gegenwärtige COVID-19-Pandemie diskutiert und Erfahrungen mit dem IMB ausgetauscht. 

Das Webinar wurde von den Teilnehmern begeistert aufgenommen und auch das Management beider Institutionen zeigten sich zum Erfolg der Webinare sehr zufrieden. Dr. Toktassyn Yerubayev, Direktor des NSCEDI stellte fest, dass ein Webinar eine gute Möglichkeit ist neue Mitarbeiter fortzubilden und auch Mitarbeiter in den dezentralen Anti-Peststationen mit zeitgemäßen Informationen zu versorgen. Dr. Abeuov, Direktor des RIBSP Training Centers, stellte mit Begeisterung fest, dass es möglich war die Kurse in kasachischer Sprache abzuhalten und so auch Mitarbeiter zu erreichen, welche der russischen oder englischen Sprache nicht mächtig sind. 

Mit diesem Pilotprojekt hat das Deutsch-Kasachische Netzwerk für Biosicherheit erkannt, dass trotz der Reisebeschränkungen durch die Pandemie effizient Schulungen an den Partnerinstituten veranstaltet werden können. Für das nächste Jahr wird nun geplant regelmäßig solche Webinare zu verschiedenen Biosicherheitsthemen stattfinden zu lassen. 

November 2020, Deutschland

Ein großer Fokus des Deutsch-kasachischen Netzwerkes für Biosicherheit ist die Förderung von Frauen. So unterstützt das Projekt auch die Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, welche die Bedeutung von Frauen in Friedensprozessen betont. Zum zwanzigjährigen Jubiläum des Inkrafttretens der Resolution organisierte das Auswärtige Amt die Online Ausstellung „Ohne Frauen kein Frieden“, um erfolgreiche Frauenförderung zu würdigen.

Das Deutsch-kasachische Netzwerk für Biosicherheit zeichnet in seinem Beitrag den Weg zur erfolgreichen Promotion seiner drei Nachwuchswissenschaftlerinnen nach und gibt Einblick in die sich hierdurch ergebenden Karriereperspektiven.

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Februar 2020, Kasachstan

Nach bereits sechsjährigem erfolgreichem Arbeiten geht das deutsch-kasachische Netzwerk für Biosicherheit in die dritte dreijährige Förderphase im Rahmen des Deutschen Biosicherheitsprgrammes, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird. Um die in dieser Periode geplanten Aktivitäten anzustoßen, besuchte das Projektteam des Instituts für Mikorbiologie der Bundeswehr (IMB) die Partnerinstitutionen in den kasachischen Städten Almaty und Nur-Sultan (ehemals Astana).

Auch in der dritten Förderphase ist eine Vernetzung von relevanten Partnern in Kasachstan mit dem IMB eine Basis für eine erfolgreiche Arbeit. Mit dem als neuen Partner gewonnenen RIBSP (Research Institute for Biosafety Problems) in Otar konnte bei einem Treffen in Almaty die Vertiefung der Zusammenarbeit besprochen werden. Zukünftig soll mit dem RIBSP eine verstärkte wissenschaftliche Kooperation zum Thema Krim-Kongo-Fieber stattfinden.

Durch einige organisatorische Umstrukturierungen ist aus dem KSCQCD in Almaty und den dezentralen Peststationen das neue NSCEDI (National Center for especially dangerous infections) entstanden, welches dem Ministerium für Gesundheit untersteht. Um eine Weiterführung der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Partner in Almaty zu gewährleisten, wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen dem NSCEDI und dem IMB um drei weitere Jahre verlängert.

Für die Abwicklung von zukünftigen logistischen Angelegenheiten wurde in Nur-Sultan mit der Organisation „International Science and Technology Center“ (ISTC) eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Das IMB ist seit Januar 2020 Partner des ISTC. Diese Organisation verfügt über eine breite Expertise auf dem Feld des internationalen Wissenschaftsmanagements und das IMB freut sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dieser renommierten internationalen Organisation in Kasachstan.

Ein wichtiger Pfeiler des neuen Projekts wird die ständige Schulung wissenschaftlichen Personals vor Ort sein. Hierfür konnte in Frau Dr. Sulushash Zhumbayeva eine hochmotivierte Trainerin bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Kasachstan engagiert werden. Sie wird mit finanzieller Unterstützung des IMBs basierend auf der GO4BSB-Schulungsplattform regelmäßig Workshops und Schulungen zum Thema Biosicherheit an den beiden Partnerinstituten abhalten.

Bildnachweis: IMB