Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Ertüchtigungsvorhaben „Biologische Lagen: Sicherheitskooperation für biologische Bedrohungen in Tunesien“

» Hintergrund

Tunesien ist einer der nordafrikanischen Staaten, die gegenwärtig eine demokratische Entwicklung durchlaufen. Doch die Rahmenbedingungen dieses Übergangsprozesses sind schwierig: wirtschaftliche Krisen und bewaffnete Islamisten im Land und an den Grenzen verursachen Sicherheitsprobleme.

Durch Tunesiens strategische Lage zwischen Libyen, Algerien und dem Mittelmeer besteht für das Land das Risiko, von Terrorgruppen als Rückzugs- oder Transitland bzw. unmittelbar als Terrorziel genutzt zu werden. Dabei könnte auch eine absichtliche Freisetzung gefährlicher Krankheitserreger eine große Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Gleichzeitig können endemisch in Tunesien vorkommende Krankheitserreger bei natürlichen Ausbrüchen zu einer Verschärfung der derzeit bereits angespannten Sicherheitslage führen.

» Zielsetzung

Vor diesem Hintergrund realisiert das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Kooperation mit tunesischen Partnern ein Ertüchtigungsvorhaben zur Stärkung der tunesischen Präventions- und Reaktionsfähigkeit auf biologische Bedrohungen.

Das Ertüchtigungsvorhaben in Tunesien hat das Ziel, die tunesische Eigenverantwortung durch die Befähigung der Partner zur wirksamen Krisenprävention und -reaktion auf biologische Bedrohungen zu fördern. Ein frühzeitiges Zusammenwirken ziviler, militärischer und rüstungskontrollpolitischer Komponenten soll dabei eine langfristige Stabilisierung gewährleisten. Mit der Bereitstellung von Ausrüstung und Ausbildungsmaßnahmen zur mobilen Infektionsdiagnostik wird ein zivil-militärisches Netzwerk aufgebaut und die nationale Krisenfähigkeit Tunesiens im Bereich der biologischen Sicherheit gestärkt.

» Maßnahmen

Als zentrale Partnereinrichtungen wurden die Generaldirektion für militärische Gesundheit des tunesischen Verteidigungsministeriums und das Militärkrankenhaus in Tunis identifiziert. Gemeinsam mit Fachpersonal aus dem Pasteur-Institut und dem Charles-Nicolle-Krankenhaus in Tunis stellen diese Einrichtungen Fachpersonal für das Diagnostikteam des tunesischen mobilen Labors bereit.

Im Fokus des Vorhabens stehen:

> Ausbildung von tunesischem Fachpersonal in Diagnostik gefährlicher biologischen Agenzien,
> Auslieferung eines mobilen Labors an die tunesischen Partner,
> Ausbildung eines tunesischen Diagnostikteams für das mobile Labor,
> Ausbildung eines tunesischen Trainerteams für das mobile Labor (Train the Trainer-Konzept),
> Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses in Tunesien,
> Untersuchungen zum Vorkommen gefährlicher Krankheitserreger in Tunesien.

» Aktivitäten

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» 2017

» Pressespiegel & Mediathek

Pressespiegel & Mediathek bietet eine Auswahl von internationalen Presseartikeln und Beiträgen über die Aktivitäten des Ertüchtigungsprojekts in Tunesien.

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