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Biosicherheitsprojekt Ukraine

Die Ukraine ist mit einer Gesamtfläche von über 600 000 km² der größte europäische Staat. Trotz riesiger Agrarflächen und der Schwerindustrie im Kohlerevier im Osten steckt die Wirtschaft in der Krise. Zusätzlich dazu finden seit Frühjahr 2014 in der Region Donezk und Luhansk sowie um die Krim bewaffnete Auseinandersetzungen statt.

Zu den aktuell größten Herausforderungen des Landes gehören neben der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und den anhaltenden Unruhen in der Ostukraine, auch die Verbesserung der Gesundheitssituation der Bevölkerung und deren Schutz vor Infektionskrankheiten. Viele gefährliche Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Milzbrand, Tularämie, Brucellose, Q-Fieber, Krim-Kongo-Fieber, von Zecken übertragene Fleckfieber und Hantafieber kommen in der Ukraine natürlicherweise vor. Im Rahmen des Deutschen Partnerschaftsprogrammes für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung baut das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein ukrainisch-deutsches Netzwerk zum Zoonosen-Risikomanagement auf. Hierbei sollen insbesondere standardisierte Nachweisverfahren zur Diagnostik und Surveillance hochpathogener Zoonoseerreger nachhaltig und dauerhaft etabliert und das Bewusstsein für Aspekte der biologischen Sicherheit geweckt und vertieft werden.

Partner in dem zunächst für zwei Jahre geplanten Projekt ist das ukrainische  „Institut für experimentelle und klinische Veterinärmedizin (IECVM)“ in Charkiw. Das Institut  ist ein nationales Wissenschaftszentrum in der Ukraine und befasst sich mit der Surveillance und Kontrolle von Infektionskrankheiten wie auch der Koordination von Impfprogrammen, Entwicklung von Vorschriften und Anweisungen zur Gesundheitsüberwachung in Tierbeständen sowie der Prävention von Infektionskrankheiten. Dazu verfügt es über eine umfangreiche Sammlung in der Ukraine auftretender bakterieller und viraler Krankheitserreger.

Durch Workshops und Trainingsmaßnahmen zu einer Palette von serologischen und molekularbiologischen Labortechniken, zu Biosafety/Biosecurity sowie zum Risikomanagement in München und vor Ort soll ukrainisches Personal leistungsstark und nach internationalen Standards geschult werden (Capacity Development). Zur Gewährleistung eines sicheren und verantwortungsvollen Umgangs mit klinischen Materialien (Biosafety) und mit isolierten Erregern wird in der Ukraine in diesem Zusammenhang auch das Wissen über internationale Labor-, Qualitäts- und Studienstandards vermittelt werden. Darüber hinaus werden beim Aufenthalt zweier ukrainischer Nachwuchswissenschaftler am IMB moderne molekularbiologische Techniken zum Nachweis und zur anschließenden molekularbiologischen Charakterisierung an junge Wissenschaftler transferiert, damit entsprechende Technologien nachhaltig im Land etabliert und angewendet werden.

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