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Biosicherheitsprojekt Georgien

Für die Erkennung gefährlicher Infektionskrankheiten war in Georgien seit Beginn der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts ein Labornetzwerk aus sogenannten „Anti-Pest Stationen“ zuständig. Die Aufgaben dieser Stationen lagen allerdings nur in der Eindämmung bestimmter Infektionen wie z. B. der Pest. Andere seltene Krankheiten wurden hauptsächlich zentral durch Laboreinrichtungen in Moskau untersucht. Nach der Unabhängigkeit Georgiens konnte das Land den Aufgaben einer nationalen Versorgung des öffentlichen Gesundheitswesens deshalb nur unzureichend nachkommen.  Ebenso kam es durch die Aus- oder Abwanderung von fachlich geschultem Personal zu einem deutlichen Fähigkeitsverlust, der sich in Georgien bis heute  auch in einem Mangel an wissenschaftlichem Nachwuchs bemerkbar macht.

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr trägt im Rahmen des vom Auswärtigen Amt initiierten Deutschen Partnerschaftsprogramms für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung dazu bei, medizinisch-wissenschaftliches Laborpersonal in Georgien auszubilden, sowie den weiteren internationalen wissenschaftlichen Austausch und damit einen sicheren Umgang mit Krankheitserregern in der Region Armenien-Azerbaidschan-Georgien sicherzustellen.

Partner ist dabei das georgische National Center for Disease Control and Public Health (NCDC). Diese unmittelbar dem georgischen Gesundheitsministerium unterstellte Einrichtung stellt die labordiagnostische Versorgung und Krankheitsüberwachung für zahlreiche Infektionskrankheiten in Georgien bereit. Sie ist als WHO-Partnerlabor für Polio und Influenza benannt und dient als Referenzeinrichtung für die gesamte Region des Südkaukasus.

Zusammen mit dem georgischen Partner NCDC wurden aktuell bedeutsame diagnostische Lücken in relevanten Themenfeldern identifiziert. Diese werden nun in mehreren gemeinsamen Projekten durch georgische Jungwissenschaftlern bearbeitet. Schwerpunkte sind dabei das Erlernen molekularbiologischer Diagnostikverfahren  für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Orthopockenvirus-Infektionen und die Leptospirose.

Durch die Integration in ein Doktorandenprogramm sollen die georgischen Jungwissenschaftler weiter an ihre Heimat gebunden werden, und intensiv in Sicherheitsaspekten, guter wissenschaftlicher Praxis sowie der Bekämpfung von gefährlichen Krankheiten ausgebildet werden. Über das bereits am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr bestehende Kooperationsnetzwerk wird eine Integration der georgischen Partner in europäische Wissenschaftsnetzwerke erfolgen.

Alle Aktivitäten des Deutschen Biosicherheitsprojektes in Georgien werden fortlaufend mit den Projekten anderer internationaler Partner aus den USA und der europäischen Union abgestimmt.

Fortbildungsseminar des Institutes für Mikrobiologie der Bundeswehr am National Center for Disease Control and Public Health in Tbilisi

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