Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Rückblick 2011

Zum nun bereits 15. Mal richtete das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr die Medical Biodefense Conference vom 26. – 29. April 2016 aus. Nicht zuletzt auch Dank der seit vielen Jahren bestehenden organisatorischen Unterstützung durch die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e.V. (DGWMP) hat sich aus einer erstmals 1994, zur Projektvorstellung ziviler Vertragsforschungsnehmer und ihrer von der Bundeswehr finanzierten Projekte, ausgerichteten kleinen nationalen Tagung eines der weltweit führenden Meetings im Medizinischen B-Schutz entwickelt.

Einen erneuten Teilnehmerrekord verzeichnend, konnte das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr 536 zivile und militärische Teilnehmer aus 51 Nationen als Gäste an der Sanitätsakademie der Bundeswehr begrüßen. In wissenschaftlichen Vorträgen, Workshops und persönlichen Gesprächen konnten sich die Gäste über das gesamte Themenspektrum biologischer Gefahren austauschen. Ein dicht gepacktes Programm mit über 90 Fachvorträgen zu 16 Schwerpunktthemen, nahezu 190 ausgestellte wissenschaftliche Poster und eine Industrieausstellung mit 21 Ausstellern gaben hierzu vielfältigste Möglichkeiten.

Bereits am Vorabend des Kongresses waren gut 300 Wissenschaftler angereist, um sich beim „Pre-Conference Workshop“ über Biologische Bedrohungen im 21. Jahrhundert zu informieren. Vortragende war Dr. Filippa Lentzos vom renommierten Londoner King’s College. Die anschließende lebhafte und kontroverse Diskussion zur Problematik der Dual-Use-Forschung oder der Frage, inwieweit Politik die Wissenschaft beeinflussen darf, gab bereits einen Vorgeschmack auf den Stil und die aktuellen Themen der folgenden zweieinhalb Tage.

Ein Ziel der Tagung war es, wissenschaftliche Ergebnisse in praktisch nutzbares Wissen für den Sanitätsdienst zu transferieren. Daher lag ein besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr auf der retrospektiven Bewertung der Erfahrungen aus der Ebola-Epidemie in Westafrika. Hochrangige Vertreter von WHO, CDC und den Britischen Streitkräften berichteten in der Eröffnungssitzung über die verheerende Epidemie und die „lessons learned“. Zahlreiche wissenschaftliche Fachvorträge befassten sich in weiteren Sitzungen ebenfalls mit dem Thema und beleuchteten es aus verschiedenen Blickwinkeln.

Eines der wesentlichen Fazits war, dass länderübergreifende Infektionsgeschehen von Anfang an eng koordinierte, multinationale Bewältigungsstrategien aber auch gemeinsamer zivil-militärischer Anstrengungen bedürfen. Ein Beispiel solcher internationaler Kooperationen zur Verringerung biologischer Sicherheitsrisiken ist das vom Auswärtigen Amt finanzierte Deutsche Biosicherheitsprogramm, dessen Projektnehmer das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr für die Partnerländer Mali, Georgien, Kasachstan und Ukraine ist. Die in einer eigenen Sitzung von Referenten der Partnerländer vorgestellten aktuellen Projektaktivitäten trafen auf ein großes Interesse seitens aller Tagungsteilnehmer.

Besonderen Anklang fand darüber hinaus auch der in Kooperation mit dem Zentrum für Infektionsmedizin München (ZIMM) durchgeführte interaktive Workshop, bei dem die Teilnehmer mittels TED-Voting-System ausgewählte klinische Fallbeispiele lösen mussten. Den Stellenwert der Medical Biodefense Conference unterstreichend, rundeten die am Rande der Veranstaltung stattgefundenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppensitzungen von NATO-Gremien oder europäischen Projekten aus dem Bereich des Medizinischer B-Schutz das Bild einer insgesamt sehr gelungenen und hochinformativen sowie hochrelevanten Tagung ab.

Daher verwundert es nicht, dass die Verabschiedung am Ende der Tagung bereits durch die Vorfreude auf die nächste Tagung in zwei Jahren geprägt war. Bis dahin gilt es alte und neue wissenschaftlichen Kontakte in gemeinsamen Projekten zu pflegen und zu vertiefen.