Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Arbeitsgruppe für Orthopockenviren

Die Arbeitsgruppe für Orthopockenviren betreibt das Pocken-Fachlabor für die Bundeswehr. Die humanpathogenen Orthopockenvirus (OPV)-Spezies Variolavirus und Affenpockenvirus gelten als potenzielle B-Kampfstoffe, die tödlich verlaufende Infektionen verursachen können. Immunologisch lassen sich Variola- und Affenpockenviren nicht unterscheiden, dies gelingt nur mittels molekularbiologischen Verfahren, die allerdings - aufgrund der hohen Sequenzhomologie der OPV untereinander - verschiedene Genombereiche abdecken sollten. Die Methode der Gesamtgenomsequenzierung von Isolaten oder direkt aus klinischen Materialien zur Lösung forensischer Fragen (auch unter Berücksichtigung von gentechnisch veränderten OPV) wird derzeit bearbeitet. Feldmäßig einsetzbare Verfahren zur Schnelldiagnostik sind generell verfügbar und werden derzeit zum Nachweis von OPV eingesetzt. Unbekannt sind die Strukturen, die das Variolavirus humanpathogen und das Vacciniavirus apathogen machen. Mittlerweile existieren in den USA zwei zugelassene Pockenimpfstoffe, in Deutschland kann der durch die European Medicines Agency (EMEA) zugelassene MVA-Impfstoff eingesetzt werden. Ein Ersatz für das Vaccinia-Immunglobulin (mit einer erweiterten Indikation zur passiven Post-Expositionsprophylaxe) ist nicht verfügbar. Allerdings sind in den USA die Bemühungen weit fortgeschritten, ein OPV-spezifisches Virostatikum (ST246) über die Food and Drug Administration (FDA) zuzulassen.

Forschungsschwerpunkte

Der Auftrag der Arbeitsgruppe beinhaltet die Entwicklung, Etablierung, Evaluierung und Validierung von Verfahren zur Früh-, Schnell- und Spezialdiagnostik der Orthopockenviren sowie zur sicheren Identifizierung und Differenzierung bis hin zur forensisch verwertbaren Biotypisierung. Weitere Aufgabengebiete sind die Ermittlung und präklinische Prüfung geeigneter antiviraler Mittel und Impfstoffe, sowie die Aufklärung von Krankheitsausbrüchen und enzootischen bzw. endemischen Lagen in Deutschland und in Einsatzregionen der Bundeswehr.

Projekte

  • Untersuchung von klinischen Proben auf Orthopockenviren (OPV) mittels real-time PCR und Immunfluoreszenz
  • Genomsequenzierung von Orthopockenviren