Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Arbeitsgruppe Brucellose

Die Brucellose, eine durch verschiedene Brucella-Arten hervorgerufene Erkrankung von Mensch und Tier, ist eine trotz zahlreicher Eradikationsprogramme (Impfung, Testung, Keulung von Nutztieren) immer noch weltweit vorkommende Zoonose. Jährlich werden weltweit etwa 500.000 Neuerkrankungen gemeldet. Die Anzahl der gemeldeten Fälle ist insbesondere in den Endemiegebieten im Mittelmeerraum, auf der Arabischen Halbinsel, im Mittleren Osten, in Afrika, Mittel- und Südamerika sehr hoch. In Deutschland ist die Inzidenz mit 0,03 pro 100.000 Personenjahre, ähnlich wie in den USA, sehr niedrig. Fast alle in Deutschland gemeldeten humanen Brucellose-Fälle wurden durch den Konsum Brucella-kontaminierter Lebensmittel (v.a. Milch und Milchprodukte) im Ausland erworben.

Die Arbeitsgruppe Brucellose untersucht Diagnostik-, Behandlungs- und Abwehrmöglichkeiten für menschliche Infektionen mit Brucellen. Standardisierte und hinreichend evaluierte Verfahren für die molekulare, biochemische und immunologische Identifizierung bzw. Typisierung von Brucella-Arten und die Diagnostik der Brucellose sind - bis auf serologische Methoden für den Antikörpernachweis – kaum kommerziell verfügbar. Eines der Ziele der Forschungsprojekte der Arbeitsgruppe Brucellose ist deshalb die Entwicklung, Etablierung und Evaluierung von Verfahren zur Diagnostik der Brucellose, zur Erregeridentifizierung und -differenzierung sowie zur Typisierung. Mit modernen molekularbiologischen Methoden werden die isolierten Stämme charakterisiert (molekularer Fingerabdruck) und mit anderen Stämmen oder nahe verwandten Erregern verglichen.

Hinweis: Die durch die Arbeitsgruppe für das Konsiliarlabor für Brucella entwickelten medizinisch-diagnostischen Verfahren werden gebündelt über den Zentralbereich Diagnostik des Instituts bereitgestellt. Dort finden Sie auch das detaillierte Analysenverzeichnis mit Hinweisen zu Probennahme und Transport.

Die Arbeitsgruppe stellt außerdem im nationalen Konsiliarlabor für Brucella das methodische Know-how bereit, um Krankheitsausbrüche mit dem Verdacht auf Brucellose aufzuklären. Zusätzlich können die entwickelten Verfahren genutzt werden, um in aktuellen oder zukünftigen Einsatzregionen der Bundeswehr das Infektionsrisiko mit Brucellen abzuschätzen und Ausbrüche der Brucellose aufzuklären. Auch die molekulare Analyse potenziell neuer Brucella-Arten ist dabei von Interesse. Die Untersuchung dieser neu auftretenden Brucella-Arten erweitert wesentlich das Verständnis der Evolution dieser medizinisch wichtigen Bakterienart.

Forschungsschwerpunkte

  • Diagnostik aller Brucella-Arten;
  • Taxonomie und Evolution neuer Brucella-Arten;
  • Vergleichende Genomanalysen von Vertretern des Genus Brucella, einschließlich atypischer Brucellen und von Brucella-like-Isolaten;
  • Aufbau von Typisierungs-Datenbanken für molekular-epidemiologische und bioforensische Zwecke, z.B. zur Bestimmung des geographischen Ursprungs eines Brucella-Isolates an Hand von Typisierungsergebnissen