Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Hinweise zur Probennahme

Hinweise zur Probennahme entnehmen Sie bitte den Anmerkungen des Analysenverzeichnisses, welches Sie hier herunterladen können.

Materiallagerung

Prinzipiell sollten möglichst kurze Transport- und Lagerzeiten angestrebt werden. Es sollte ein umgehender, wenn möglich gekühlter Transport in das Labor erfolgen. Wenn Untersuchungsmaterial nur eingeschränkt haltbar ist (z.B. Probenmaterial für Zellkultur oder für virologische PCRs), darf es nicht über das Wochenende verschickt werden. Bei Fragen hierzu bitten wir um telefonische Rücksprache!

Lagerung von Untersuchungsmaterialien
MaterialAnforderungLagerbedingungen
Blutkulturen und ParaffinschnittealleRaumtemperatur
extrahierte RNSvirologische PCRsbis zu 2 h im Kühlschrank, sonst einfrieren
sonstiges*alleKühlschrank

*Natives Material für Zellkultur sollte schnellstmöglich transportiert werden, Material nicht einfrieren! Abstriche feucht halten.

Nach oben

Verpackung und Versand

Bei Fragen zu Verpackung und Versand sind wir gerne behilflich!

Gesetzliche Grundlagen

Untersuchungsmaterialien für die mikrobiologische Diagnostik sind im Allgemeinen der UN-Klassifikation 6.2 „Infektiöse Materialien“ zuzuordnen, so dass beim Transport gefahrgutrechtliche Vorschriften wie die „Recommendations on the Transport of Dangerous Goods - Model Regulations“ der Vereinten Nationen, das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR, Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route) und national die Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn (GGVSEBin) zu beachten sind. Weiterhin sind die Gefahrgutbeauftragtenverordnung (GbV) und die Biostoffverordnung für den Umgang mit infektiösen Materialien innerhalb von Krankenhäusern und Laboratorien zu berücksichtigen. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass der Absender (z.B. Arzt, Laborleiter oder Dienststellenleiter) für die Einhaltung aller Bestimmungen beim Versand infektiöser Stoffe verantwortlich ist. Insbesondere das mit der sachgerechten Verpackung und Kennzeichnung betraute Personal muss daher vor Aufnahme der Tätigkeit eine Schulung gem. § 6 GbV (bzw. gem. RLBwGbV bei militärischen Dienststellen) erhalten haben.

UN 3373 – Kategorie B

Im Sinne der Vorschriften sind infektiöse Materialien solche Proben, die Krankheitserreger enthalten oder enthalten können, die Infektionserkrankungen auslösen können und bei ihrer Freisetzung solche Krankheiten auf Menschen oder Tiere übertragen können. Diagnostische Proben wie z.B. menschliche Blut- und Gewebeproben oder Abstriche, die zu Untersuchungs- oder Forschungszwecken entnommen und befördert werden, sind generell zumindest als potenziell infektiös für Mensch und Tier zu bewerten und daher nach UN 3373 zu klassifizieren und zu behandeln. Die korrekte Transportbezeichnung ist „Biologischer Stoff, Kategorie B“.

UN 2814 – Kategorie A

Proben von Patienten mit Verdacht auf lebensbedrohliche Erkrankungen wie Pocken oder hämorrhagisches Fieber (Erreger der WHO-Risikogruppe 4) werden den ansteckungsgefährlichen Stoffen der UN 2814 zugeordnet. Gleichgestellt werden Kulturen von Krankheitserregern aus unserem Analysenspektrum, die aus diagnostischen Proben isoliert wurden und zum Zweck der weiterführenden Diagnostik an unser Institut geschickt werden. Proben, die der UN 2814 zuzuordnen sind, unterliegen zusätzlichen Anforderungen beim Transport.

Verpackung

Proben mit ansteckungsgefährlichen Stoffen sind gemäß den Verpackungsanweisungen PI 650 IATA-DGR (für Kategorie B) bzw. PI 620 IATA-DGR (für Kategorie A) vorzubereiten, zu kennzeichnen und zu versenden.

In beiden Fällen besteht die Verpackung aus:

  1. Primärverpackung (Probengefäß), flüssigkeitsdicht
  2. Sekundärverpackung (Schutzgefäß), flüssigkeitsdicht
  3. Außenverpackung, Mindestmaße pro Fläche 100 mm × 100 mm

Zwischen Proben- und Schutzgefäßen muss ausreichend saugfähiges Material platziert werden. Eine detaillierte Inhaltsliste muss zwischen Sekundärverpackung und Außenverpackung beigelegt werden. Bei Verwendung von Trockeneis oder flüssigem Stickstoff zur Kühlung gelten weitere spezifische Anforderungen.

PI 650: Biologische Stoffe der UN 3373

Entsprechend den Bestimmungen für den Postversand muss die Außenverpackung aus einer Pappfaltschachtel bestehen. Bevorzugt sollen kommerziell erhältliche, bauartgeprüfte Verpackungen verwendet werden. Eine Aufschrift „Biologischer Stoff, Kategorie B“ (bei Lufttransport: BIOLOGICAL SUBSTANCE, CATEGORY B) ist vorgeschrieben. Spezielle Beförderungspapiere sind nicht notwendig. Ordnungsgemäß verpackte Proben können auch per Post transportiert werden.

PI 620: Ansteckungsgefährliche Stoffe der UN 2814

Für den Versand dieser Proben benötigt man eine Beauftragte Person für Gefahrgut (BPG) mit gültigem Schulungsnachweisen, die die Aufgaben nach GbV wahrnimmt. Die zu verwendenden Verpackungen müssen Mindestabmessungen besitzen und besonderen Prüfbelastungen standhalten. Sie müssen daher bauartgeprüft und amtlich zugelassen sein. Neben dem Biohazard-Symbol muss die Aufschrift „Ansteckungsgefährlicher Stoff, gefährlich für Menschen, UN 2814“ (bzw. INFECTIOUS SUBSTANCE, AFFECTING HUMANS) angebracht sein. Auf der Verpackung muss außerdem die Telefonnummer einer rund um die Uhr erreichbaren verantwortlichen Person angebracht sein. Die verpackten Proben dürfen nicht per Post, sondern nur durch speziell gekennzeichnete Fahrzeuge und ausgebildete Fahrer transportiert werden.

Nach oben