Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Methodenspektrum

Der Zentralbereich Diagnostik ist auf die Diagnostik von Infektionen durch B-Agenzien und differenzialdiagnostisch relevante, gefährliche Infektionserreger spezialisiert. Es wird nicht das allgemeine Untersuchungsspektrum der Medizinischen Mikrobiologie und Virologie angeboten (z.B. nicht-selektive Anzucht auf alle pathogenen Keime). Bitte denken Sie daher ggf. daran, zusätzlich einen Teil des Untersuchungsmaterials zur allgemeinen mikrobiologischen Untersuchung an ein entsprechendes Labor einzuschicken. Sollten im Rahmen der Untersuchung auf unsere Zielerreger nebenbefundlich andere relevante Infektionserreger festgestellt werden, bieten wir an, die Isolate an ein von Ihnen vorgeschlagenes Fachlabor zur weiterführenden Diagnostik zu schicken.

Unser Institut verfügt derzeit über Laboratorien der Biosicherheitsstufen 1, 2 und 3. Einige der im Untersuchungsspektrum aufgeführten Erreger sind gemäß TRBA 462 der Risikogruppe 4 zugeordnet. Diese Erreger sind im Leistungsverzeichnis mit "*" gekennzeichnet. Die aufgeführten Untersuchungsleistungen können wir im Rahmen einer orientierenden Erstuntersuchung bei noch unbekannter Diagnose erbringen. Kulturelle Verfahren, welche die Vermehrung eines der Risikogruppe 4 angehörenden Erregers zum Gegenstand haben, können jedoch nicht angeboten werden. Ebenso können wir Untersuchungsmaterial von Patienten, bei denen eine Infektion mit einem nach Risikogruppe 4 klassifizierten Erreger bereits bekannt oder aufgrund der Anamnese oder der epidemiologischen Umstände (z.B. Kontakt mit Erkrankten) mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, nicht verarbeiten. Solches Material muss direkt an ein Laboratorium der Biosicherheitsstufe 4 eingesandt werden. In jedem Fall ist vor Einsendung von Untersuchungsmaterial zur Untersuchung auf mit "*" gekennzeichnete Erreger eine telefonische Rücksprache erforderlich. Die bei den einzelnen Erregern gegebenen zusätzlichen Hinweise sind zu beachten.

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Diagnostikalgorithmen

Auf dem Materialbegleitschein kann lediglich das Untersuchungsziel festgelegt werden (z.B. Erreger-Direktnachweis oder Antikörpernachweis), nicht jedoch die zu untersuchenden Einzelparameter. Diese ergeben sich aus dem Diagnostikalgorithmus des Labors für die jeweilige Fragestellung, der in der Regel eine Stufendiagnostik im Sinne der Hintereinanderschaltung mehrerer Analysen vorsieht. Durch Ja/Nein-Entscheidungen wird dann ggf. der nächste Testparameter ausgelöst. Dieses Verfahren stellt sensitive Screeningtests an den Anfang des Untersuchungsgangs. Sind diese negativ, wird der Untersuchungsgang beendet und es erfolgt ein negativer Befundbericht. Im Fall eines positiven Nachweises werden oft weitere Tests zur Bestätigung oder Differenzierung ausgelöst. Diese Diagnostikalgorithmen stellen sicher, dass das Untersuchungsergebnis nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft die größtmögliche Sensitivität und Spezifität aufweist.

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Dauer der Untersuchungen

Serologische Untersuchungen*

Serologische Untersuchungen werden in der Regel innerhalb von 1-2 Arbeitstagen nach Eintreffen des Probenmaterials durchgeführt. Eine Stufendiagnostik bei reaktivem Ergebnis kann bis zu 1 Woche dauern. Dringliche serologische Befunde werden telefonisch durchgegeben.

Nukleinsäurenachweis (PCR)*

Für die qualitative Bestimmung ist mit einer Dauer von 2 Tagen zu rechnen. Eine Stufendiagnostik zur Subspeziesdifferenzierung bei positivem Ergebnis kann bis zu 5 Tage dauern. Sind Sequenzierungen notwendig, ist mit einer Dauer von bis zu 2 Wochen zu rechnen. Bei jedem positiven Ergebnis erfolgt eine sofortige telefonische Benachrichtigung.

Bakteriologische Kultur

Für die Kultur von Bakterien ist mit einer Kulturdauer von bis zu 7 Tagen, bei langsam wachsenden Erregern (z.B. Brucella spp. oder Francisella tularensis) von bis zu 21 Tagen zu rechnen. Bei positivem Ergebnis erfolgt eine sofortige telefonische Benachrichtigung. Zellkultur: Für die Anzucht von Viren und Rickettsien auf Zellkulturen ist mit einer Dauer von einigen Tagen bis etwa 4 Wochen zu rechnen. Bei positivem Ergebnis erfolgt eine sofortige telefonische Benachrichtigung.

*Notfälle

Angekündigte Notfälle werden immer sofort bearbeitet. Die Bearbeitungszeit beträgt dann max. 24 h. Eine telefonische Ankündigung ist unter 0151 / 126 409 91 möglich.

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Probenbeschriftung

Bitte verwenden Sie grundsätzlich unseren Materialbegleitschein, den Sie formlos per Post, Email, Fax oder telefonisch anfordern können. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollte pro Material und Patient ein eigener Materialbegleitschein ausgefüllt werden.

Sofern kein Materialbegleitschein verfügbar ist, können Sie die notwendigen klinischen Angaben auch formlos mitteilen. Dabei sollten folgende Angaben berücksichtigt werden:

  • Einsender (mit Postanschrift, Telefonnummer und Ansprechpartner für Rückfragen)
  • Patientendaten (Name, Vorname, Geburtsdatum / ggf. Personenkennziffer)
  • Art des Untersuchungsmaterials und ggf. Ort der Entnahme
  • Entnahmezeitpunkt (Datum, Uhrzeit)
  • Klinische Fragestellung / Verdachtsdiagnose
  • Relevante anamnestische Angaben (inkl. Reiseanamnese, Tierkontakte und Insektenstiche, berufliche Risiken und Impfungen)
  • Leitsymptome und Symptombeginn
  • Antimikrobielle Chemotherapie und Vorbefunde
  • Untersuchungsauftrag (Antikörpernachweis / Erreger-Direktnachweis, ggf. Methode)

Wichtig ist die konkrete Formulierung Ihres Untersuchungsauftrages. Dieser kann auch lauten: „Alle Untersuchungen aus dem Analysenverzeichnis, die aufgrund der geschilderten Anamnese und Symptome sinnvoll erscheinen“ (Markierungsfeld „Auswahl durch das Labor“), vorausgesetzt, dass klinische Angaben vorhanden sind. Bitte machen Sie möglichst aussagekräftige Angaben zur Anamnese. Angaben wie „Auslandsaufenthalt“ oder „Ausschluss von...“ sind dabei ungenügend. Vielmehr ist die genaue Bezeichnung des Landes oder der Länder, in denen der Patient oder die Patientin sich aufgehalten hat, von großer Wichtigkeit. Auch der Zeitpunkt des Einsetzens der klinischen Symptome und der Tag der Rückkehr des Patienten oder der Patientin von einer Auslandsreise sowie die komplette Impfanamnese sind für die Diagnostik wichtige Angaben.

Es werden nur Materialien untersucht, die eindeutig einem Patienten und Einsender zuordenbar sind. Eine Befundinterpretation kann nur im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik erfolgen.

Innerhalb der Bundeswehr kann – sofern kein Materialbegleitschein verfügbar ist – das Formblatt SanBw 0422/88/V7530-12-133-0066 verwendet werden.

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Zusätzliche Untersuchungen

Bei verschiedenen Parametern (v. a. bei serologischen Verfahren) ist es erforderlich, dass zur Bestätigung zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden (Stufendiagnostik). Dies erfolgt grundsätzlich ohne vorherige Rücksprache mit dem Einsender entsprechend unseren Diagnostikalgorithmen. Wenn dies nicht gewünscht wird, kann ein entsprechender Hinweis auf dem Materialbegleitschein markiert werden (Markierungsfeld „Ausschluss Auftragserweiterung“).

Nach Abschluss der angeforderten Diagnostik werden die Proben im Allgemeinen 4 Wochen archiviert. In diesem Zeitraum können durch den Einsender auch noch zusätzliche Untersuchungen aus dem gleichen Material angefordert werden.

Grundsätzlich werden eingesandte Proben nach Ablauf von 4 Wochen vernichtet. Je nach Fallkonstellation werden allerdings Proben darüber hinaus aufbewahrt, wenn mit längerfristigen Verlaufskontrollen zu rechnen ist. Außerdem können Reste von eingesandtem Probenmaterial, das für die Diagnostik nicht mehr benötigt wird, als Referenzmaterial in eine pseudonymisierte Probenbank aufgenommen werden. Wenn dies nicht gewünscht wird, muss ein entsprechendes Feld auf dem Materialbegleitschein markiert werden (Abschnitt Material).

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Servicebewertung

Bitte teilen Sie uns Ihre Kritik an unseren Leistungen (Untersuchungsdauer, Ergebnismitteilung, fachliche Beratung) telefonisch (0151 / 12 640 991) oder per Fax (089 / 3168 – 3983) mit. So werden wir auf möglicherweise bestehende Mängel aufmerksam und können diese umgehend beheben.

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