Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Biosicherheitsprojekt Georgien

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr wurde 2013 im Rahmen des Deutschen Partnerschaftsprogramms für Biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung vom Auswärtigen Amt mit der Durchführung eines Projektes in Georgien beauftragt. Das National Center for Disease Control and Public Health (NCDC) wurde als georgische Partnereinrichtung identifiziert um gemeinsame Studien durchzuführen und wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt aus- und weiterzubilden. Ein wichtiger Aspekt des Programms ist die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Einbindung von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen in die Wissenschaftswelt der jeweiligen Fachgebiete, z.B. durch die gezielte Vorbereitung auf die Präsentation von Beiträgen auf Konferenzen. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Armenien und Aserbaidschan werden regelmäßig zu Workshops an dem zum NCDC gehörenden Lugar Center eingeladen und damit ein Wissenstransfer in der Region gefördert.

In der ersten Projektphase wurden zusammen mit den Partnern am NCDC mehrere für Georgien bedeutsame diagnostische Lücken in relevanten Themenfeldern identifiziert. Schwerpunkte sind dabei das Erlernen molekularbiologischer Diagnostikverfahren unter anderem für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Orthopockenvirus-Infektionen und die Leptospirose. Durch die Integration in ein Doktorandenprogramm werden georgische Jungwissenschaftler und wissenschaftlerinnen intensiv in Sicherheitsaspekten, guter wissenschaftlicher Praxis sowie der Bekämpfung von gefährlichen Krankheiten ausgebildet.

Durch die Zusage einer zweiten Projektphase bis 2019 ist es möglich, weiteres Nachwuchspersonal zu fördern und auch Studentinnen und Studenten in kleineren Projekten in das Programm einzubeziehen. Geplant sind Feldstudien zur Identifikation von Hot-Spots der FSME und zur Untersuchung der Verbreitung der Leptospirose. Auch werden weitere diagnostische Methoden mit Hilfe der studentischen Hilfskräfte und des wissenschaftlichen Personals am NCDC etabliert und validiert.

Die Förderung der Kommunikation und Zusammenarbeit von Gesundheitsforschungseinrichtungen in Georgien ist ein wichtiger und zentraler Aspekt eines funktionierenden Gesundheitssystems. Dazu wird eine Kooperation zwischen dem Gesundheitsministerium und dem Landwirtschaftsministerium im Rahmen dieses Projekts gefördert. Eine Zusammenarbeit konnte gegen Ende der letzten Projektphase bereits erfolgreich initiiert werden. Mit gemeinsamen Studien und einem intensiven Austausch der georgischen Ministerien untereinander wird sie nun vertieft.