Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Ertüchtigungsprojekt Biologische Lagen: Sicherheitskooperation für biologische Bedrohungen in Tunesien

Tunesien ist einer der wenigen arabische Staaten, die gegenwärtig eine demokratische Entwicklung durchlaufen. Doch die Rahmenbedingungen dieses Übergangsprozesses sind schwierig: Eine wirtschaftliche Krise und bewaffnete Islamisten im Land und an den Grenzen verursachen Sicherheitsprobleme. Ein regionaler grenzüberschreitender Terrorismus, der neue Wege der gewaltsamen Konfliktaustragung sucht, kann zu Biosicherheitsrisiken für ein Land wie Tunesien führen, denn auch dort kommen gefährliche Krankheitserreger vor.

Im Rahmen des Deutschen Partnerschaftsprogramms für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung wurden bereits seit 2013 Kapazitäten im Bereich der Biosicherheit in Tunesien gestärkt. In einem nun Ende 2016 neu begonnenen Ertüchtigungsprojekt der Bundesregierung wird das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf diesen Strukturen aufbauen. Das Institut und die GIZ arbeiten dabei in Tunesien mit dem Militärkrankenhaus in Tunis und anderen Partnern im Gesundheitswesen zusammen.

Das Ertüchtigungsprojekt Biosicherheit Tunesien zielt darauf ab, die tunesischen Partner an Hand aufeinander aufbauender theoretischer und labor-praktischer Workshops zur sicheren, zuverlässigen und mobilen Diagnostik hochgefährlicher biologischer Agenzien zu befähigen. Hierzu wird ein zivil-militärisch einsetzbares mobile Labor zur Untersuchung gefährlicher Krankheitsausbrüche (wie u.a. Ebola oder Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber) in Tunesien stationiert. Personal des tunesischen Sanitäts- und Gesundheitsdienstes wird in Zusammenarbeit mit den deutschen Projektpartnern in der Anwendung der Diagnostik-Ausrüstung ausgebildet. Dabei wird insbesondere auch auf Aspekte der biologischen Sicherheit eingegangen. Geplante Studienaufenthalte in Tunesien und Deutschland sowie ein Förderprogramm für tunesische Nachwuchswissenschaftler dienen dem Aufbau nachhaltiger Fähigkeiten in den tunesischen Sicherheits- und Gesundheitsbehörden. Weiterhin ist eine militärmedizinische Forschungskooperation zu infektiologischen Fragestellungen geplant. Mit der Bereitstellung von Diagnostik-Ausrüstung und Ausbildungsmaßnahmen zur mobilen Infektionsdiagnostik soll ein zivil-militärisches tunesisches Netzwerk aufgebaut und die nationale Krisenfähigkeit Tunesiens im Bereich der biologischen Sicherheit gestärkt werden. Das Projekt liefert somit einen Beitrag die noch junge tunesische Demokratie zu stabilisieren und die Lebensbedingungen der Menschen aktiv und nachhaltig zu verbessern.