Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Ertüchtigungsprojekt Biologische Sicherheit Sahel: Gründung einer Allianz zum Schutz vor biologischen Gefahren in der Sahel Region

Im Februar 2014 haben sich fünf Länder der Sahelzone, nämlich Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad, zur sogenannten G5-Sahel Gruppe, einem neuen institutionellen Rahmen zur regionalen Zusammenarbeit in der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik, zusammengeschlossen. Dabei steht Mali im Fokus internationaler und auch deutscher Bemühungen zur Stabilisierung der G5-Sahel Region. Das Gesundheitssystem in allen genannten Ländern ist wenig entwickelt, speziell außerhalb der Hauptstädte. Bedingt durch die fragile Lage der einzelnen Länder und deren Gesundheitssysteme könnte ein der Ebola-Krise 2014 vergleichbarer Ausbruch zu gewaltsamen Ausschreitungen und politischen Unruhen führen. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit der Vorbereitung westafrikanischer Staaten auf solche Gesundheitskrisen. Das Ertüchtigungsprojekt „Biologische Sicherheit Sahel“ zielt auf eine Stärkung der Sicherheits- und Gesundheitssysteme der G5-Sahel-Länder ab. Dadurch soll in Zukunft einer krisenhaften Entwicklung möglichst schon vorgebeugt und die Partner sollen in die Lage versetzt werden, eigenständig wirksamer auf Gesundheitskrisen durch gefährliche Infektionskrankheiten reagieren zu können. Grundlage für dieses Projekt bildet das im Dezember 2014 durch das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr im Auftrag des Auswärtigen Amts übergebene mobile Labor des malischen Gesundheitsministeriums, das seitdem am Charles-Mérieux-Zentrum für Infektiologie (CICM) in Bamako stationiert ist. Das Laborequipment soll nun für weitere Trainings zu Themen wie „Mobile Laboreinsätze“, „Molekularbiologische und serologische Nachweismethoden“, „Biosafty/Biosecurity“ und Surveillance“ genutzt werden. Dabei soll Mali als regionales Ausbildungszentrum für ein gemeinsames Expertenteam der G5-Sahel-Staaten fungieren. Durch die an das jeweilige Land angepasste Vermittlung von Wissen und Techniken im sicheren Umgang und der Diagnostik von hochpathogenen potentiellen B-Kampfstoffen wird die eigenständige Handlungsfähigkeit der afrikanischen Partnerländer auf dem Gebiet der Biosicherheit langfristig und nachhaltig entwickelt. Bisher wurden durch malische und deutsche Partner mehrere Vertreter aus den G5-Sahel-Staaten in der richtigen Nutzung des mobilen Labors ausgebildet. Im Rahmen des Labortrainings wurde den Teilnehmern das mobile Laborkonzept und dessen Komponenten in praktischen und theoretischen Arbeitspaketen näher gebracht. Hervorzuheben ist die Teilnahme von politischen Vertretern sowie leitenden Wissenschaftlern aus allen G5-Sahel-Staaten an einer internationalen Feldübung zur Verlegung des mobilen Labors nach Kuolikoro im November 2016. In diesem Zusammenhang wurde auch die Ausweitung der deutschen Unterstützung zur Schaffung eines regionalen Biosicherheitsnetzwerkes durch die deutsche Botschaft bekannt gegeben.