Institut für Mikrobiologie
der Bundeswehr

Deutsches Biosicherheitsprogramm weltweit: Aktivitäten des Instituts für Mikrobiologie

Die G7-Initiative „Globale Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien“ wurde 2002 auf dem G7-Gipfel in Kananaskis, Kanada ins Leben gerufen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung nuklearer, chemischer, biologischer und radiologischer Proliferationsrisiken in der Welt. Insbesondere die Verbesserung der Biosicherheit wurde im Rahmen dieser Initiative in den letzten Jahren als Schwerpunkt identifiziert. Für Deutschland hat das Auswärtige Amt im Jahr 2013 das zunächst für drei Jahre angelegte „Deutsche Partnerschaftsprogramm für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung“ initiiert. Es soll biologische Sicherheitsrisiken vermindern und benötigte Biosicherheits-Kapazitäten weltweit aufbauen und verbessern soll. Nach einer Evaluierung im Jahr 2016 wurde das Vorhaben als "Deutsches Biosicherheitsprogramm" bis 2019 verlängert.

Bakterien, Viren und biologische Gifte können von staatlichen und nicht-staatlichen Gruppierungen gleichermaßen nach dem Prinzip der dualen Verwendungsmöglichkeiten (dual-use) für friedliche aber auch für terroristische Zwecke eingesetzt werden. Die Ziele des Deutschen Biosicherheitsprogramm sind daher insbesondere die Verringerung des Risikos einer Ausbringung biologischer Agenzien (Biosafety/Biosecurity), der Aufbau von Systemen zur frühzeitigen Erkennung ungewöhnlicher Krankheitsausbrüche (Surveillance) sowie die Entdeckung und Charakterisierung gefährlicher Krankheitserreger. Daneben soll das Bewusstsein der Partnerländer für biologische Gefahren verbessert (Awareness Raising) und die Fachexpertise der nationalen Partnerinstitutionen gestärkt werden (Capacity Development).

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr führt zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) fünf internationale Projekte im Rahmen des Deutschen Biosicherheitsprogramms durch:

  • Aufbau eines vorderasiatischen Netzwerks für Biologische Sicherheit und Diagnostik gefährlicher Infektionskrankheiten in der Kaukasusregion (Georgien, Aserbaidschan und Armenien: 2013-2016 und 2017-2019);
  • Aufbau eines deutsch-kasachischen Netzwerks zur Diagnostik von Infektionskrankheiten verursacht durch potentielle B-Agenzien (Kasachstan: 2013-2016 und 2017-2019);
  • Aufbau eines deutsch-tansanischen Netzwerks zur Diagnostik und Epidemiologie von Infektionskrankheiten verursacht durch potentielle B-Agenzien (Tansania: 2013-2016);
  • Deutsch-Französische Biosicherheitsinitiative für Mali: Mobile Diagnostik zur Hilfe bei Ausbrüchen gefährlicher Infektionskrankheiten (Mali: 2014-2016);
  • Biosicherheitsinitiative für ein Zoonose-Risikomanagement nahe der EU-Außengrenze (Ukraine: 2016-2017).

Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier

Die Ertüchtigungsinitiative der Bundesregierung

Die Ertüchtigungsinitiative (Enable and Enhance Initiative) der Bundesregierung zelt seit seit 2011 darauf ab, Sicherheitsstrukturen im Ausland zu stärken und krisenhaften Entwicklungen vorzubeugen. Partnerstaaten sollen ertüchtigt werden, wirksamer auf Krisen zu reagieren. Dahinter steht die Überzeugung, dass lokale Akteure eher in der Lage sind lokale Konflikte nachhaltig zu lösen. In den Partnerstaaten sollen frühzeitig zuverlässige Institutionen, die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen und dadurch langfristig zur Stabilisierung beitragen können, identifiziert und gestärkt werden. Im Jahr 2016 wurden die fünf Schwerpunktländer Jordanien, Irak, Tunesien, Nigeria und Mali im Rahmen der Ertüchtigungsinitiative ausgewählt.

Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr engagiert sich derzeit innerhalb der Ertüchtigungsinitiative zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) in zwei Projekten:

  • Ertüchtigungsprojekt Biologische Sicherheit Sahel: Gründung einer Allianz zum Schutz vor biologischen Gefahren in der Sahel Region (Mali, Mauretanien, Burkina Faso, Niger, Tschad: 2016-2018)
  • Ertüchtigungsprojekt Biologische Lagen: Sicherheitskooperation für biologische Bedrohungen in Tunesien (2016-2018)

Die Projekte sollen auf den Strukturen des Deutschen Biosicherheitsprogramms aufbauen und von den etablierten Partnerschaften profitieren.